Schlagwort: Paten der Nacht

  • Lichtverschmutzung – Was können wir dagegen tun?

    Es ist schon ein gewohnter Anblick. Man geht abends spazieren und sieht eine hell erleuchtete Hausfassade nach der anderen. Hinzu kommt noch die Straßenbeleuchtung, Schaufenster und Werbetafeln. Einen schönen Nachthimmel kann man so leider nicht beobachten.

    Bedauerlicherweise nimmt die weltweite Lichtverschmutzung immer mehr zu und in ein paar Jahren werden wir wahrscheinlich weit reisen müssen, um noch einen Blick auf die Sterne erhaschen zu können. Unsere Kinder kennen den Sternenhimmel dann nur noch aus Erzählungen oder aus KI-generierten Bildern. Dabei kann jeder von uns etwas dazu beitragen, um Lichtverschmutzung zu verhindern.

    Keine Spur mehr von der Nacht.
    Quelle: paulleminh 1959 auf pixabay.de

    Viele Menschen sind sich wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie die vielen Lichtquellen in unserem Alltag den Nachthimmel aufhellen. Bei mir war das auch so. Licht war etwas, das immer verfügbar ist, ästhetische Qualität hat und quasi nichts kostet. Beleuchtete Häuser und Städte symbolisieren ja auch Fortschritt und Wohlstand. Dass es irgendwie die Nacht stören könnte, kam mir dabei nicht in den Sinn.

    Inzwischen sehe ich das jedoch anders und versuche abends unnötige Beleuchtung zu vermeiden. Das könnt ihr auch!

    Was kann ich gegen Lichtverschmutzung tun?

    Schaut euch abends euer Haus oder eure Wohnung an. Muss die Haustüre die ganze Nacht beleuchtet sein? Oder muss das Licht im Treppenhaus permanent leuchten? Wie sieht es mit der Hausfassade aus? Fassadenbeleuchtung sieht zwar oft hübsch aus, einen Nutzen hat sie aber keine. Schließlich sitzt ihr im Wohnzimmer und könnt euch euer Haus nicht anschauen. Vielleicht habt ihr schon Bewegungsmelder, diese lösen aber bei jedem vorbeifahrenden Auto aus? So etwas lässt sich leicht beheben.

    Ein Bild von Wegbeleuchtung, die nur nach unten abstrahlt.
    Ein Beispiel für gute Wegbeleuchtung. Gezielte Spots, die nur den Boden ausleuchten und eine warme Lichtfarbe haben.

    Überlegt euch genau, wie und wo ihr überhaupt Licht braucht. Der Weg zu den Mülltonnen kann z.B. ganz gezielt mit einer Lampe, die nur auf den Boden strahlt, ausgeleuchtet werden. Ähnliches gilt auch für Wegelampen. Der Weg zur Haustür muss nicht die ganze Nacht über beleuchtet sein. Mit Bewegungsmeldern und Zeitschaltern wird nur dann Licht erzeugt, wenn es auch benötigt wird. Dadurch wird auch noch Energie und Geld gespart. Und braucht ihr wirklich Spots, welche die Bäume in eurem Garten anstrahlen? Hier wird doch nur unnötig Licht in den Nachthimmel gestrahlt.

    Ein weiterer Punkt, der häufig übersehen wird, ist die Lichttemperatur. Oft ist die Außenbeleuchtung zu kalt. Kaltes Licht empfinden wir als sehr grell und es zieht auch vermehrt Insekten an, die dann an den Lampen sterben. Durch das kalte Licht schlafen wir auch schlechter, denn es signalisiert unserem Körper das Tag ist. Achtet bei der Außenbeleuchtung also auf eine warme Lichttemperatur (2200 – 2700 K). Manche Lampenhersteller markieren ihre Lampen auch mit dem Zusatz „Insektenfreundlich“. Allerdings ist der beste Insektenschutz immer noch, das Licht einfach auszuschalten.

    Weiterführende Links

    Im folgenden Podcast wird auch noch mal ausgiebig über das Thema Lichtverschmutzung diskutiert. Die beiden Astrofotografen Sven & Tobi reden mit Manuel Phillip von den Paten der Nacht über den Wert echter Dunkelheit.

    Hier erklären die Paten der Nacht auch nochmal kurz und knapp, worauf ihr bei der Außenbeleuchtung achten solltet.